Unsere Palmblattlesung in Bali oder wie man erfährt, wofür man inkarniert ist

 

Es ist Morgen und es ist warm, sehr war sogar, so warm, dass die Hunde im Schatten liegen und hecheln und die meisten sich nur dann bewegen, wenn sie wirklich müssen, oder unbedingt wollen, so wie wir an diesem Tag.

Wir verlassen wieder einmal unser idyllisches Kleinod mitten in Ubud, an dem die Pflanzen fast schneller wachsen, als man schauen kann und es Regen wie Sonne so gut mit ihnen meinen.

Blätter mehr groß als klein und Blüten in rosa und rot, gelb und orange, lila und blau, duften, nach Jasmin und Ylang-Ylang, paradiesisch brillant und unverwechselbar abwechslungsreich und schmeichelnd. Die Libellen schwirren uns um die Köpfe und künden Magisches an.

Unser Auto steht bereit und wir werden eingeladen einzusteigen von Era und Julius, einer Balinesin und einem Deutschen, der seit 2003 in Denpassar lebt und gerade dabei ist ein Wörterbuch ( Indonesisch Deutsch, Deutsch Indonesisch) anzulegen.

Wir unterhalten uns angeregt auf der Fahrt und erhalten interessante Informationen. Einerseits über dieses wilde und andererseits so zarte und weibliche Land, diese starke und doch irgendwie zerbrechliche Insel, auf der die Touristen, wie manches Mal beobachtet, auf die liebevoll zusammengestellten Opfergaben, mit großen und groben Trekkingsandalen, scheingar achtlos, treten. Irgendwie von einer anderen Welt stammend, so als ob sie von einem anderen Stern oder Stamm kämen, auf oder in dem andere Regeln herrschten.

…und irgendwie stimmt das ja auch… aber nun zurück zu diesem Morgen, an dem wir losfahren, um etwas zu erfahren, etwas über uns selbst. Etwas, was wir eigentlich längst wissen, aber was verschüttet ging und uns wieder neue Puzzlesteine liefert, zu dem, was wir unsere Persönlichkeit, unsere Aufgabe, unsere Seelenplan oder unsere Stärken und Fähigkeiten und Fallstricke nennen.

Der Hahn ist tot

Wir kommen irgendwann also an, ca. 1,5 Stunden von Ubud entfernt und steigen aus, während ich mich schon darauf vorbereite, nicht unbedingt eine aufgeräumte Bibliothek mit einem ebenso aufgeräumten Bibliothekar vorzufinden.

Ich behalte Recht und wie immer in Asien, kommt es auch noch etwas herausfordernder daher als gedacht.

Wir werden in einen Innenhof geführt, der mit Vogelkäfigen behängt ist und am linken Ende befindet sich eine Art Bodensitzbereich und an dessen Ende wiederum sitzt ein älterer Herr mit silbernem Haar, ein Brahmane.

Man bietet uns Tee an und platziert uns gegenüber der Vogelkäfige. Für drei „Veganer“ (wir nutzen nicht wirklich gerne dieses Etikett, ernähren uns aber ohne tierische Produkte) eine echte Herausforderung.

Nach einigen Minuten stellt Maria, unsere Freundin, die mit uns dort ist, die Frage, ob der Hahn im Käfig, mit prächtigem Gefieder, noch lebe? Eine Frau, die scheinbar zum Haus gehört schüttelt ihn etwas, packt ihn dann ein und holt eine Plastiktüte, in der er wohl seine letzte Behausung findet.

 

Ist das ein Omen, fragen wir uns und wenn ja welches?

In wenigen Tagen startet offiziell das Jahr des Hahnes und nun ein toter Hahn, direkt vor unseren Augen? Unser Verstand läuft auf Hochtouren, während eine Großfamilie mit diversen Opfergaben und Geschenken einläuft und sich vor uns häuslich niederlässt.

Freundlich wird die Familie nun scheinbar von Era darauf hingewiesen, dass wir zuerst „dran“ seien und jeder von uns eine Stunde benötige, so ist es geplant, das stört diese entspannten Seelen scheinbar nicht weiter, sie machen es sich gemütlich und warten brav und geduldig, bis ihre Zeit gekommen ist, beim Brahmanen, für welches Thema auch immer einen Rat zu bekommen.

Wir indessen schauen uns weiter um und entdecken in einem anderen Käfig ein Tier, dass uns an eine Riesenfledermaus denken lässt. Es ist ein Flughund wird uns erklärt und er hat etliche Schirme um seinen Käfig gespannt. Eine Herausforderung für Menschen, denen das Wohl von Tieren am Herzen liegt und in unserem Land undenkbar bzw. geschehen mancherlei Dinge eben unter Ausschluss der Öffentlichkeit und nicht wie hier in Asien, wo man oft den Eindruck hat, dass nichts oder eben wenig versteckt wird. Menschen haben hier viel Zeit und Tiere nicht immer viele Rechte, denke ich so für mich.

Eben noch vertieft in „meine“ Gedanken, wird nun Marco aufgerufen, sich beim Brahmanen einzufinden und auch hier, wie wir es sooft schon erlebt haben, an vermeintlich verlassenen Orten, bei Heilern , Schamanen und Brahmanen- Privatsphäre ist nicht unbedingt das Aushängeschild Asiens.

Impotenz ist keine Schande

Hier wird öffentlich gemacht, was man öffentlich machen kann. Warum denn auch nicht? Sind wir nicht alle Menschen, mit eigentlich den gleichen Themen, Problemen, Fähigkeiten, Krankheiten und so weiter?

Ich erinnere mich noch, als Marco und ich zum ersten Mal eine Heilerin in Ubud besuchten, hier kannst du das Video dazu sehen

Nachdem wir vorgesprochen hatten, in der vollen Heilerpraxis, kam ein Mann herein, dem Wayan Nuriasih, die Heilerin auf den Kopf zusagte, er habe Potenzprobleme und müsse mit den und den Mitteln schauen, dass er das wieder in den Griff bekomme, sie wissen schon wie sie ihm helfen könne. Diese wurde knallrot, legte ein paar Dollar auf den Tisch und verlies Hals über Kopf den Raum.

Als wir 2014 für eine Woche diese Praxis besuchten und diverse Aktivitäten wie Auracleaning und viele weitere Dinge mitmachten, lernten wir viel über die balinesische Art zu heilen und ich für meinen Teil, nahm als einen der wichtigsten Punkte davon mit, dass es irgendwie Sinn macht, es so anzugehen.

Die Schweigepflicht wird bei uns sehr hochgehalten, auch bei HeilpraktikerInnen und ich möchte diese auch nicht verteufeln, allerdings hat diese Art der Diagnose und Behandlung (auch diese findet oft öffentlich statt), auch diverse Vorteile.

Den größten Benefit sehe ich darin, dass wir bemerken, dass wir nicht alleine sind mit unseren Themen und Problemen und das vielleicht andere Menschen noch viel schwerwiegendere Themen oder Krankheiten und Nöte haben als wir selbst. Das kann das eigene Drama und das Hineinsteigern relativieren und wirklich auch zu einer starken Verbundenheit führen.

Das Reading

Palmblattlesung

Nun bin ich schon wieder etwas von dem Reading abgekommen…

Marco geht nun also zum Brahmanen und setzt sich vor ihn auf den Boden. Dieser sitzt hinter einer Art Schreibtisch mit einem Buch, das nicht wirklich aussieht wie ein Buch, sondern eher wie ein antiquarischer Schnellhefter, mit einem Faden zusammengebunden auf dicken Blättern, auf dem man Schrift erkennen kann, die Blätter etwa 5 cm hoch und ca. 12 cm lang.

Der Brahmane nimmt nun seine Daten auf, Name, Geburtstag, Geburtsort und schweigt kurz. Dann blättert er und beginnt zu sprechen. Er spricht auf Sanskrit und Era übersetzt es ins Indonesische, Julius ins Deutsche. Ein Aufnahmegerät steht bereit und zeichnet alles auf.

Maria und ich sitzen hinter Marco mit ein paar Metern Abstand und hören alles was gesprochen wird.

Was der Brahmane nun aus den Palmblättern liest, könnte für uns nicht fulminanter sein, auch, wenn ich manches Mal bereits in Asien den Eindruck hatte, die weibliche und dunkle Seite komme hier grundsätzlich bei den HeilerInnen, Heilern und Brahmanen immer etwas weniger gut „weg“, als die männliche, lichte Seite. Da gibt es immer viel mehr negative Energien und mehr Ego als bei den Männern, die bzw. was aufgelöst werde soll.

Aber das ist einfach mein Eindruck und muss nicht der tatsächlichen Wahrheit entsprechen.

 

Hier schenken wir euch ein paar Eindrücke, Informationen und Ausschnitte aus unseren Readings

Marco:

Du bist in deinem letzten Leben ein männlicher spiritueller Lehrer gewesen und wirst auch in deinem nächsten Leben wieder als Mann wiedergeboren werden. Du hast durch deine Arbeit enorme Fähigkeiten und Potentiale entwickelt auf die du in diesem Leben zurückgreifen darfst. Du wirst durch Ganesh und Lord Shiva geführt und geschützt und kannst deren Energien empfangen und damit Wesen heilen. Der Moringa Baum ist dein Baum und auch die Blätter helfen dir in deiner guten Kraft zu sein. Du kannst Menschen Schutz und Obhut bieten. Du kannst die göttliche Energie durch deine Hände leiten und damit anderen Menschen helfen heil zu werden. Du reist gerne, bist enorm beliebt, verfügst über sehr viel Power und Charisma, hast einen wachen Geist, der am besten im Ausgleich funktioniert und du hast eine rasche Auffassungsgabe und kümmerst dich gerne um andere Menschen. Du bist an ihrem Wohl interessiert und wirst großen Erfolg in deinem Leben haben, vor allem dann, wenn du selbständig arbeitest, also ohne Anstellung bei jemand anderem. 80-85 % deiner gesteckten Ziele wirst du erreichen und du wirst enorm alt werden, wenn du bestimmte Dinge beachtest, bzw. auf folgende Punkte achtest, gesundheitlich und mental….

Carla:

Du warst in deinem früheren Leben eine Frau, die auf religiösem Gebiet gearbeitet hat. Du kannst Menschen sehr positiv beeinflussen, dich in sie hineinversetzen und sie beraten, da du weise und sehr klug bist. Du kannst sie motivieren, sie etwas lehren, genauso wie ihnen Schutz bieten und sie beruhigen. Menschen suchen deinen Rat und fühlen sich wohl in deiner Nähe, wie in der Nähe des Sandelholzbaumes, der dich repräsentiert, er versprüht einen angenehmen Duft, sodass er die Menschen anzieht und sie gerne zu ihm/dir gehen. Du bist sehr ehrlich, möchtest aber auch andere Menschen nicht verletzen und sie schützen. Deine Gefühle sind fein, nicht grob, haben aber auch die Kraft zu vereinnahmen. In deinem nächsten Leben wirst du wieder als Frau geboren, die im Gesundheitsbereich arbeitet. Du wirst in diesem Leben auch sehr erfolgreich sein aufgrund positiven Karmas und ebenso 85% deiner gesteckten Ziele in diesem Leben verwirklichen. Deine Ahnen sind sehr wichtig und kraftvoll, denn sie sind Heilige und helfen dir bei allem was du tust.

Era, unsere Dolmetscherin und Heilpflanzenkundige, von der wir bestes Bio Gotu-Kola, Sour Sop und Mangostan Pulver bekommen haben und die uns später noch mehrmals besuchte und uns zu einer Priesterglocke führte, die wir nun bei unseren Klangevents erklingen lassen werden, sagte uns noch folgendes zu uns als Paar:

Marco und Carla, ihr kennt euch schon länger. Ihr wart bereits im vorherigen Leben zusammen und habt euch etwas aufgebaut. Da ihr verschiedene Fähigkeiten habt ist es enorm gut, wenn ihr im Bereich der Heilung/Persönlichkeitsentwicklung/Beratung und Motivation von Menschen zusammenarbeitet und diese Erfahrungen nutzt. Jeder kann sich einbringen und von dem Potential des anderen profitieren, die Beziehung schenkt nicht nur euch, sondern auch anderen Menschen etwa sehr Wertvolles.

Nachdem wir alle dran waren fuhren wir wieder in unser Guesthouse und ließen die Worte nachklingen. Eine neue, nachhaltige, interessante und spirituelle Erfahrung, die integriert werden möchte.

 

Danke, danke, danke.


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4 Kommentare

  1. Veröffentlich von Karl-Eugen Kaiser am 20. Februar 2017 um 15:10

    Sehr interessant. Habe es mit großem Interesse gelesen.

  2. Veröffentlich von Lejla am 10. Juni 2017 um 15:29

    Wo kann man diese Palmblattbibliothek denn finden? Bin sehr neugierig 😀

    • Veröffentlich von Marco am 11. Juni 2017 um 14:43

      Hallo und Namasté Lejla,
      wir haben keine genaue Adresse, wir haben dieses im Rahmen eines Ausflugs gemacht.
      Wir bieten nächstes Jahr selbst eine Reise nach Bali an und bieten dort auch die Palmblattlesung an.
      Ein Guide der sich dort sehr gut auskennt wird uns dort hinfahren.

      Herzliche Grüße und Aloha
      Marco

    • Veröffentlich von Marco am 12. Juni 2017 um 13:30

      Wie gesagt wir haben es im Rahmen einer Tour gebucht, es kostet 150€/ Mensch. Wenn du möchtest leite ich dich weiter.

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